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Rollfilm ArtikelAls Rollfilm bezeichnet man einen fotografischen Film auf einem flexiblen transparenten Schichtträger; ursprünglich wurde als Schichtträger Papier, später die leicht entzündliche Nitrozellulose (John Wesley Hyatt , 1868) sowie ab etwa 1908 die schwer entflammbare Acetatcellulose (Sicherheitsfilm) benutzt. Der Film wird dabei mit Hilfe einer beidseitigen Perforation ruckweise von einer Vorratsspule auf eine Speicherspule aufgewickelt.
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Der Rollfilm (120er, 220er) wird in Mittelformatkameras benutzt, auch für Großformatkameras gibt es Rollfilmmagazine. Die gängigsten Formate sind 4,5x6 , 6x6 cm, 6x7 , 6x8 oder 6x9 cm. Panoramakameras belichten teilweise noch breitere Bilder auf Formaten wie 6x13 cm ).
Aufgrund der überwiegend hochwertigen Objektive und der Größe der Negative bzw. Diapositive sind Mittelformatfotos meist deutlich brillanter als vergleichbare Kleinbildaufnahmen. Die hohen Anschaffungskosten machen diese Technik allerdings ca. für Profis und engagierte Fotoamateure interessant. Nicht selten sind derartige Kameras vollmechanisch, also neben manueller Entfernungseinstellung auch manuelle Belichtungssteuerung. Autofocus und Belichtungsautomatik sind selten und dann vor allem in dem Format 4,5x6 cm .
Das tatsächliche Aufnahmeformat weicht allerdings z.T. merklich von o.g. Maßen ab. So ist z.B. ein 6x6-cm-Negativ ca. 56x56 mm groß, 6x7 je nach Hersteller 56x68 mm bzw. 56x72 mm (Linhof Idealformat ) und 6x9 ca. 56x83 mm.
120er Rollfilm wird konfektioniert für 16, 12, 10, 9, 8 bzw. 5 Bilder; 220er-Rollfilm ist doppelt so lang und liefert 32, 24, 20, 18, 16 bzw. 10 Bilder. 120er Rollfilm hat über die ganze Filmlänge ein mit Ziffern bedrucktes hinter dem Film liegendes Schutzpapier, so dass man mit älteren Kameras, die ca. einen einfachen Transportmechanismus haben, das aktuelle Bild durch ein kleines rotes Fenster in der Kamera feststellen kann. Bei 220er Film gibt es dieses Schutzpapier nicht. Dies soll sich positiv auf die Filmplanlage auswirken.
Es gibt einige Kameras, in denen beide Rollfilmarten (120 und 220) benutzt werden können (Pentacon Six), bei manchen muß man die Filmandruckplatte wechseln bzw. drehen (FUJI GW690 und Verwandte). Für die meisten Systemkameras gibt es unterschiedliche Rückteile (Hasselblad, Rollei, Linhof , Mamiya usw.). Da bei verkauften Kamera-Sets meist ein 120er Rückteil mitgeliefert wird, ist diese Sorte Rollfilm deutlich weiter verbreitet. 220er Konfektion ist nicht für jeden Film zu bekommen und muß z.T. aus England importiert werden, da der deutsche Markt dafür zu klein wäre (Aussage Vertrieb Fujifilm).
In den 1990er Jahren erlebte das "kleine" Mittelformat 4,5x6 cm eine überraschende Renaissance, da es eine hohe Bildqualität mit relativ handlichen und noch bezahlbaren Kameras ermöglicht.
Nicht mehr gebräuchlich sind 127er Rollfilme mit einer Breite von 4 cm. Sie waren für (seltene) Mittelformatkameras wie die "Baby Rolleiflex" und vor allem für Boxkameras bestimmt und lieferten 12 Aufnahmen in dem Format 40x40 mm. Aktuell sind in Europa noch ein S/W Film (Efke) und ein Dia-Film (Maco ) erhältlich.
Filme in dem Format 616, 620, 820 sind nicht mehr erhältlich. Der Film 620 enspricht von Breite und Länge dem Film 120, wurde jedoch auf kleinere Spulen gewickelt und ist damit nicht kompatibel zu dem 120er.
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Geschichte und Entwicklung | |
Der Rollfilm ist – entgegen der verbreiteten Meinung – weder eine Erfindung von George Eastman selbst, noch von Mitarbeitern der Eastman Company wie William Walker oder Henry M. Reichenbach .
Papier als flexibler Schichtträger wurde bereits um 1816 bei den frühen fotografischen Experimenten von Joseph Nicéphore Nièpce benutzt; 1840 nutzte William Henry Fox Talbot Papiernegative zur Anfertigung seiner Salzpapierpositive.
Der erste Film mit Zellulose als Schichtträger wurde 1868 von John Wesley Hyatt hergestellt und in den Vereinigte Staaten Amerika patentiert. Ein verbesserter Zelluloidfilm wurde 1887 von Hannibal Goodwin für Thomas Alva Edison entwickelt und ebenfalls patentiert. George Eastman ignorierte die vorhandenen Patente und führte bis 1898 einen Rechtsstreit, zu dessen Abschluss er zu einer hohen Schadensersatzzahlung an Goodwin verurteilt wurde.
Das aggressive Vorgehens Eastmans ermöglichte es seinem Unternehmen jedoch, bis Ende des 19. Jahrhunderts eine marktbeherrschende Stellung aufzubauen und eine wahrheitswidrige Geschichtsschreibung zu begünstigen.
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Unbestritten ist jedoch, dass der Rollfilm eine wesentliche Erleichterung für die Fotografie darstellte. Bis dahin arbeitete man ausschließlich mit einer Plattenkamera, deren Einsatzmöglichkeiten beschränkt und deren Handhabung viel Geschick verlangte. Fotografien mussten einzeln bearbeitet werden und Schnappschüsse waren nicht möglich. Wollte man Bilder in verschiedenen Größen machen, brauchte man verschieden große Kameras. An sperrigen Lokalitäten waren Aufnahmen erschwert.
Dies änderte sich mit dem Rollfilm. Mit einer Kassette konnte er an jeder Plattenkamera befestigt werden. Man konnte mehrere Motive hintereinander fotografieren und das Handling wurde vereinfacht. Die Kassette konnte ausgetauscht werden, ohne die Fotos sofort bearbeiten zu müssen. Fotografieren wurde so zu einem weitverbreiteten Hobby für den Fotoamateur.
Buch-Tipp: Forbidden Code Inhalt :))) Präsentation :( So reisserisch wie die Aufmachung (Farbe, Titel, Umschlagtexte) des Buches ist, erwartet man zunächst eigentlich eher ein polemisches Werk a la "Bild".
Inhaltlich lässt einen Jon Erickson dann aber tatsächlich in die Tiefen der Hackerseele schauen. Er erklärt kompetent die technischen Grundlagen der gängigsten... |
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